Über Schicksalsschläge und deren Gold

Meine Geschichte

Zurück zu meiner Lehrzeit als Automechaniker. Ich bin
15 Jahre alt und darf gerade live miterleben, was es bedeutet, im Alter nicht mehr gebraucht zu werden.

Die Rede ist von meinem Werkstattchef, der sich ja erst seit 35 Jahren im gleichen Betrieb zu Tode schuftet. An seinem Körper ist das nicht spurlos vorbeigegangen. Seine Augen ertragen kein Sonnenlicht, darum trägt er den ganzen Tag eine Sonnenbrille. Seine Schulter springt bei jeder falschen Bewegung aus der Pfanne.

So konnte man ihn natürlich nicht mehr gebrauchen. Er bekam beim 35-jährigen Arbeitsjubiläum gerade mal ein Fähnchen geschenkt und war 2 Jahre vor seiner Pension arbeitslos.

Aber such dir bloss einen sicheren Job und leg schön Geld zur Seite, damit du dann im Alter davon leben kannst. Alles andere ist gefährlich und unsicher.

What the f*ck, denke ich mir. Eine Frage setzt sich in meinem Kopf fest:

“Wieso soll es mir mal anders gehen, wenn ich ja den genau gleichen Weg einschlage?” „Da muss es noch einen anderen Weg geben.”

Die Frage lässt mich nicht mehr los, doch ich ignoriere sie vorerst noch. Ich drücke sie Tag für Tag weg, denn das ist was ich in der Kindheit von meinem Umfeld gelernt habe.

Ich stehe schön brav auf, gehe arbeiten, verdiene Geld, konsumiere und bezahle meine ersten Rechnungen. Der direkte Weg ins Hamsterrad, der uns auch ein ganzes Leben dort drin hält.

Doch meiner inneren Stimme nicht zuzuhören hat ihren Preis. Der Konsum von Alkohol, Pornographie und anderen Substanzen eignet sich da perfekt, um für Ablenkung zu sorgen. Nicht nur meine Finanzen leiden, nein, viel schlimmer, meine mentale & körperliche Gesundheit kommt unter die Räder. 

Meine Gedanken als Teenager: „Scheiss drauf, wenn es mir zu viel wird, beende ich das hier einfach”. 

Es grenzt an ein Wunder, dass Ich als depressiver 19 jähriger, auf den Philippinen meine heutige Frau kennenlerne. Viel Sonne, die unendliche Weite des Ozeans, frisches Essen aus dem Garten & Leute, die alle chronisch gut drauf sind. 

Nicht nur kann ich das erste Mal seit Jahren wieder von tiefem Herzen lachen, sondern meine Welt bricht nach diesem Urlaub komplett zusammen. Die neue Frage in meinem Kopf: “Ich hab alles, die haben nix, wie verdammt nochmal können sie so glücklich sein?” Das erste Mal in meinem Leben, realisiere ich, dass es auch ein Leben ausserhalb der Matrix gibt.  

Zurück in der Schweiz holt mich das Hamsterrad aber schnell wieder ein. Nach maximal drei Jahren im gleichen Job, wird es mir zu langweilig, da ich nix Neues mehr lernen kann. In eine Führungsposition aufsteigen möchte ich nicht, da mich der Gedanke daran zu stark einschränkt. Ich wechsle mehrmals den Job und die Branche und denke ständig: “Ich hab einfach noch nicht den richtigen Job gefunden”

Ständig gehetzt, ständig auf der Suche nach einem besseren Leben und nach der einen Sache, die mich endlich erlöst. Mit 25 Jahren dann die erste spürbare körperliche Konsequenz dieses Lebensstils. Meine Libido verschwindet komplett und das für drei ganze Jahre. 

Meine Depressionen nehmen dadurch nochmals richtig Fahrt auf. Es gibt Tage, da stehe ich vier Stunden in der Dusche, da es mir nicht möglich ist, die rasenden Gedanken abzustellen und aus der Dusche zu steigen. 

Anfang 2020 ziehe ich Bilanz

28 und nichts geht mehr

  • Finanzen:
    35.- Franken auf dem Konto. Top Leistung für jemanden der bereits seit gut 10 Jahren ohne nennenswerte Ausfälle gearbeitet hat. What the f..ck are you doing
  • Gesundheit:
    Gut 20 Kg Übergewicht, absolut keine Ahnung im Bereich der Ernährung, Mühe um in den dritten Stock zur Wohnung zu gelangen. Tägliche Muskelkrämpfe und 24 Stunden klappernde Zähne. Seit drei Jahren wenig bis gar keine Libido mehr vorhanden. Regelmässig sah ich auf der Autorückbank eine Gestalt, welche dem Mädchen aus „the Ring“ sehr ähnlich sah.

    (Dies sollte sich später noch als Krankheit herausstellen) Again, what the f..ck is going on.

  • Beziehung:
    Verheiratet mit der Traumfrau, doch die Spannungen und Probleme waren fast nicht mehr auszuhalten. Keine Leidenschaft mehr in der Beziehung und das Gefühl sich permanent zu verstellen, um den Erwartungen des Umfelds zu entsprechen.
  • Beruf(ung) / Sinn des Lebens:
    Noch nie gehört, das soll es geben? Müssen Menschen mit ganz viel Glück sein. Die wurden bestimmt mit dem goldenen Löffel im Mund geboren. Ich muss halt arbeiten gehen, um Geld zu verdienen und die Rechnungen zu bezahlen.
  • Persönlichkeit / Emotionen:
    Ich habe ja gelernt meine Persönlichkeit nicht zu zeigen und meine negativen Gefühle durch Alkohol oder andere Substanzen zu kompensieren. Mein Spiegelbild und meinen nackten Körper konnte ich nicht ertragen und hasste mich abgrundtief.

Ich breche in Tränen aus und beschliesse ab jetzt einen anderen Weg zu gehen. Durch die Ernährungsumstellung nehme ich über
20 kg ab und fühle mich etwas besser. Ende 2020 suche ich einen Urologen auf, da meine Libido immer noch ausbleibt. Eine Woche später erhalte ich eine Diagnose, welche mir den Boden unter den Füssen wegzieht: 

Einmal mehr in meinem Leben bricht meine Welt zusammen.

Wie ein Hirntumor alles veränderte

Diagnose: Hirntumor

Was wenn ich die Rente nie erlebe, noch schlimmer, was wenn ich nicht mal 30 werde”. Es macht doch keinen Sinn, im Hier und Jetzt so viel und so hart zu arbeiten, für so wenig Lebensqualität. Dass die Rente nicht sicher ist, da uns theoretisch jeden Tag etwas zustossen kann, wusste ich ja. Diese Hirntumor-Diagnose wirkte wie ein Verstärker für diesen Gedanken, denn anhand meines MRIs hatte ich es definitiv schwarz auf weiss. 

Da ich schon immer neugierig war, Systeme und Ursachen verstehen will, suche ich nach der Ursache meines Hirntumors. Antworten bekomme ich vom System und von den Ärzten keine: “Glück im Unglück, da habe ich schon Schlimmeres gesehen, ist ja gut mit Medikamenten behandelbar”. So die motivierenden Worte eines Arztes. 

Diese Antwort aus dem System ist für mich aber nicht zufriedenstellend und die Medikamente, welche ich 4 Jahre nehme, haben starke Nebenwirkungen. 

Ich renne in alle Richtungen, von Hypnose, zu Irisdiagnose, über Heilkräuter, Entgiftungsfussbäder, hin zu Supplements und dem täglichen Eisbad.

Jahrelang lerne ich täglich mehrere Stunden über unseren Körper, unsere Gesundheit und die Zusammenhänge zur Ernährung. Meine Entdeckungen sind haarsträubend und ich verstehe immer mehr, wie das System uns abhängig macht, das passende Medikament immer in der Schublade bereit haltend. Im September 2024 beschliesse ich die Medikamente in die Tonne zu schmeissen, da die Nebenwirkungen nicht mehr auszuhalten sind.

Ein Jahr später sitze ich in der Sprechstunde und es sollte meine letzte sein. Meine Blutwerte sind alle top und das ohne Medikamente. Entgegen der ärztlichen Meinung entlasse ich mich aus dem Programm, da für mich dort nur wenig Mehrwert besteht. 

Ich habe es tatsächlich geschafft. Ich konnte meinem Körper den Weg aus der Krankheit und zurück zur Gesundheit zeigen. 

Meine Erfahrung

Dein Gewinn

Der “normale” Weg hat sich schon sehr früh in meinem Leben nicht stimmig für mich angefühlt. Am Anfang habe ich daran geglaubt, dass es einen anderen Weg gibt, heute kenne ich ihn. Es ist mein Leben.